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Erfolgreich in wertorientierte Aktien aus der Eurozone investieren - 5 Fragen an Thomas Meier

Hier erfahren Sie mehr zum MainFirst Euro Value Star.

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Herzlich willkommen, sehr geehrte Damen und Herren,

schön, dass Sie wieder da sind, beim MainFirst Investoren Update. Heute sprechen wir mit Fondsmanager Thomas Meier und es geht um den MainFirst Classic Stock Fund, so hieß dieser Fonds 15 Jahre lang.

1.      Herr Meier, im September 2018 haben Sie den Fonds umbenannt in MainFirst Euro Value Stars. Aus welchen Gründen?

Aus unserer Sicht wurde es wichtig, dass wir nach 15 Jahren einfach die Themen Produktwahrheit und -klarheit nochmal forcieren, weil „Classic“ etwas undefiniert das Anlageuniversum darstellt. Insofern haben wir gesagt: „Euro Value Stars“. Zum einen heben wir  „Euro“ hervor, dass der Fonds in der Eurozone investiert und zum anderen „Value Stars“, in wertorientierte Aktien.

2.      Wertorientierte Aktien, was heißt wertorientiertes Investieren für Sie?    

Für uns ist es das „Klassische Value Investing“, wobei wir uns dadurch zu vielen Wettbewerben differenzieren, das wir sagen, dass es keine mechanistische Vorgehensweise ist. Wir fokussieren uns nicht auf ganz wenige, einzelne Kennzahlen sondern wir glauben, dass man eher vier Strategien miteinander kombinieren sollte.

Zum einen haben wir das „Klassische Value Investing“. Dort investieren wir in Unternehmen die aus unserer Sicht unterbewertet sind gegenüber der langfristigen Ertragskraft.

Dann haben wir „Contrarian“, das antizyklische Investieren. Das sind Unternehmen bei denen Restrukturierungserfolge noch nicht vom Markt bewertet werden. Dies können italienische Banken sein oder eben „Deep Value“, d. h. Unternehmen die zum starken Abschlag zum inneren Wert oder gegenüber Wettbewerbern gehandelt werden.

Zu guter Letzt „Event“ getrieben, da stehen z. B. Platzierungen, Kapitalerhöhungen, Managementwechsel oder ähnliches an und das kann für uns ein Grund sein zu investieren.

3. Sie haben jetzt vier Investmentansätze erläutert die dieser Fonds vereint. Was für Werte stecken konkret dahinter?

Am besten lässt sich das exemplarisch an Einzelwerten darstellen, die auch im Portfolio gewichtet sind.

Zum einen unsere größte Position Sixt. Diese würden wir zum „Klassischen Value Investing“ zählen, weil hier die langfristige Ertragskraft und das Wachstumspotential dieses Unternehmens nicht aus unserer Sicht im aktuellen Marktpreis reflektiert wird.

Auf der anderen Seite im „Contrarian“, im antizyklischen Investieren, sehen wir durchaus Chancen bei italienischen Banken. Hier insbesondere die UniCredit, die erfolgreich eine Restrukturierung durchlaufen und aus unser Sicht dies vom Kapitalmarkt nicht honoriert wird.

Im „Deep Value“ Bereiche haben wir die Porsche Holding, die Mehrheitsaktionär von VW ist. VW ist aus unserer Sicht relativ günstig bewertet und Porsche nochmals dazu mit einem signifikanten Abschlag von 30 %, das ist für uns ein attraktives Potential.

Auf der „Event“ getrieben Seite sehen wir die Strabak. Ein mittelgroßes, europäisches, österreichisches Bauunternehmen, das einen relative geringen „free-float“ hat, d. h. wir glauben das der Aktionärspakt in den nächsten Jahren aufgelöst wird und viele Pakete platziert werden und das könnte aus unsere Sicht nochmals das Unternehmen viel attraktiver für viele andere Investoren machen.

4.    Das Jahr 2018 war für viele Value-Investoren nicht gerade einfach. Woran hat das gelegen?

Das Jahr 2018 kann mitunter als „annus horribilis“ für die wertorientierten Anleger beschrieben werden. Insbesondere seit dem Frühsommer haben wir eine deutliche Abkopplung zu den wachstumsorientierten Werten gesehen, das heißt die Anleger haben sehr stark auf wachstumsorientierte Titel gesetzt und Value-Titel abverkauft. Das hängt damit zusammen, dass viele Anleger inzwischen schon denken das wir am Ende des Konjunkturzyklus sowie Kapitalmarktzyklus angelangt sind und deshalb glauben, dass diese Unternehmen in den nächsten Jahren eher schwierigen Zeiten bevor stehen.

5. Schauen wir auch noch nach vorne auf das Jahr 2019. Was glaubt der Value Investor Thomas Meier was uns da erwartet?

Wir glauben, dass die aktuellen Schwankungen eher dazu führen sollten, dass man wieder gut sähen kann um später erfolgreich ernten zu können. Tatsächlich sehen wir die Diskrepanz zwischen wertorientieren und wachstumsorientierten Titeln auf einem Mehrjahreshoch und deshalb glauben wir, dass diese Schere sich eher wieder angleichen wird. 

Herr Meier, ganz vielen Dank für das kurze Update und alles Gute weiterhin.