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Auch 2018 erfolgreich in deutsche Nebenwerte investieren - Fünf Fragen an Olgerd Eichler

 

Transkription des Videos:

Einen wunderschönen Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren, und schön, dass Sie hier sind beim Investorenupdate von MainFirst. Unser Gesprächspartner heute ist Fondsmanager Olgerd Eichler. Er verantwortet unter anderem den MainFirst - Germany Fund, und das sehr erfolgreich. Herr Eichler, der MainFirst - Germany Fund hat Investoren im Jahr 2017 rund 35 % Performance gebracht. Wie haben Sie das hingekriegt?

Ja, da gibts zwei Antworten drauf. Die eine Hälfte der Performance war natürlich der Markt. Die Aktien haben ja dieses Jahr schon über 15 % zugelegt, und in der Tat hat auch unser Produkt dann noch mal einen draufgelegt, das war eine Überrendite von etwa 17 Prozent, die wir aufgrund der besseren Aktienauswahl erzielt haben. Nun, wo kommt es her? Also wenn ich mal auf die Fondsgesellschaften im allgemeinen schauen darf, da wird die Mehrheit der Portfoliomanager sich der Frage widmen, soll ich jetzt eine Allianz, die etwa 6 % am Indexgewicht aufweist, soll ich die unter- oder übergewichten? Eine Siemens hat sogar 7 % des Index ausgemacht, und wir, kann ich Ihnen verraten, haben keines der beiden Unternehmen. D.h. wir entfernen uns auch bewusst ein bisschen vom Index und suchen einfach Kursraketen. Unternehmen, die sich verdoppeln, verdreifachen, das tut eine Allianz oder eine Siemens nicht.

Verdoppler, Verdreifacher, das wollen alle Investoren am liebsten. Aber welche sind das bei Ihnen im Portfolio zum Beispiel?

Ja, wenn ich so eine Zwischenbilanz ziehen darf, also dieses Jahr hatten wir sogar einen Verdreifacher, nämlich eine Siltronic, wir hatten auch welche, die fast Verdoppler waren, und wir reden jetzt über elf Monate, das waren unter anderem eine RWE, das war eine König und Bauer aus dem Druckbereich und eine Sixt als Logistiker.

Ja, wenn Sie das hier so sagen, da klingt das alles ziemlich einfach. Aber wie machen Sie das, wie finden Sie diese Unternehmen, und wie können Sie sich so sicher sein, dass die auch halten, was Sie sich von denen versprechen?

Ja nun, ab und zu machen wir auch mal einen Fehler, aber Gott sei Dank sind die meisten Fehler, die uns so passieren, in der Regel von ganz kleiner Bedeutung. Das heißt wir lagen da nicht ganz krass daneben. Aber um mal das Positive hervorzuheben, die Unternehmen, die tatsächlich noch viel Potenzial haben, die sind auch rar. Die sind in der Tat schwer zu identifizieren, aber was zeichnet sie aus? Das sind in der Regel solche, die noch recht jung sind, die stark wachsen, die ihre Marge verbessern, die tolle Bilanzen haben, die vielleicht auch ein konservatives, umsichtiges, langfristig denkendes Management haben, aber vor allem die noch sehr günstig sind. Und das sind häufig Unternehmen aus dem Mittelstand, das sind häufig Firmen, die wir als Hidden Champions bezeichnen, die sich hochspezialisiert haben, eine Nische besetzen, da (eine) hervorragende Marktstellung erlangt haben, und die schon seit langem zeigen, dass sie in ihrem Bereich zu den Besten gehören.

Jetzt haben Sie so einen Hidden Champion gefunden, Sie haben ihn im Portfolio, wie geht‘s dann weiter? Wie lang behalten Sie das Unternehmen, und wie begleiten Sie es?

Ja, vielleicht greife ich mal zu der Sixt, die haben wir wirklich schon mehrere Jahre, die hat sich glaube ich sogar verdreifacht seit unserem Investment. Also das ist ein Unternehmen, das in der Tat eigentlich in einer Industrie unterwegs ist, die nicht so stark wächst, vielleicht 4 oder 5 % pro Jahr. Aber diese Firma schafft es immer wieder, Marktanteile hinzuzugewinnen. Man hatte in Deutschland schon die Nummer eins Position mit fast einem Drittel Marktanteil, und in Europa ist man die Nummer zwei mit etwas über 20 Prozent Marktanteil. Aber seit sechs Jahren ist man jetzt auch in den USA unterwegs, und dort hat man erst ein Prozent Marktanteil. Der Markt ist auch doppelt so groß wie der europäische. Stellen Sie sich einmal vor, diese Firma wird irgendwann einmal in Amerika 5, vielleicht sogar 10 % des Marktes für sich erobern, dann haben Sie also weitere bis zu 100 % Umsatzanstieg, die dieses Unternehmen noch erzielen kann, und das hoffe ich mit steigender Marge. D.h. da gibt es wirklich noch Potenzial, das ist wirklich noch viel an Möglichkeiten gegeben, und deswegen mögen wir sie heute dennoch, obwohl sie schon recht teuer geworden ist. Aber sie ist verlässlich, und sie hat tolle Perspektiven. Und nicht zuletzt auch der Gründer ist weiterhin Vorstandsvorsitzender.

Stichwort Perspektiven und das Jahr 2018, das ist jetzt das neue Jahr, da schauen wir alle drauf. Was glauben Sie, wie wird 2018 für deutsche Nebenwerte laufen?

Vielleicht beginne ich mit der Wirtschaft, also da haben wir wirklich eine hohe Überzeugung, dass sie weiterhin zulegt, vielleicht sogar 2 % in Europa wächst, und die Notenbanken uns nicht so schnell die Zinsen sehr stark nach oben schrauben werden. Sie werden sich, glaube ich, Zeit lassen, sie werden es sehr bedächtig machen, denn sie wollen die Wirtschaft nicht abwürgen. Wenn das beides zutrifft, wird der Aktienmarkt zweistellig zulegen.

Ganz vielen Dank für diesen positiven Überblick. Wir wünschen Ihnen alles Gute für dieses Jahr.

Dankeschön.